Polarlichter in Norwegen und Island: So erlebst du die Nordlichter hautnah

Auf der Jagd nach Polarlichtern mit globerocker

Auf der Jagd nach Polarlichtern

Es ist still um dich herum. So still, dass du deinen eigenen Atem hören kannst. Die Kälte kriecht langsam in die Handschuhe. Der Himmel über dir ist tiefschwarz. Und dann zieht plötzlich ein grüner Schleier über die Sterne. Erst ganz zart, dann immer heller, bis schließlich der ganze Himmel zu tanzen scheint. Klingt wie ein Once-in-a-lifetime-Moment? Ist es für viele auch! Kein Wunder, warum so viele von einer Reise zu den Polarlichtern träumen. Norwegen und Island gehören dabei zu den besten Regionen in Europa, um die Polarlichter zu sehen. Beide Länder liegen in der Polarlichtzone, beide bieten dunkle Winternächte und haben auch abseits des Himmelsspektakels so einiges zu bieten.

Was sind die Polarlichter und wie entstehen sie?

Polarlichter sind ein Phänomen am Himmel, das immer dann entsteht, wenn geladene Teilchen der Sonne auf die Erdatmosphäre treffen. Diese Teilchen werden als Sonnenwind ins All geschleudert und vom Erdmagnetfeld in Richtung der Pole gelenkt. In etwa 100 bis 300 Kilometern Höhe stoßen sie auf Sauerstoff und Stickstoff und bringen die Gasteilchen zum Leuchten. Sauerstoff sorgt für das typische Grün und manchmal für ein rotes Leuchten, Stickstoff wiederum für Violett und Pink.

Eine gute Nachricht für dich: Die Sonne durchläuft alle elf Jahre einen Aktivitätszyklus – und der aktuelle hat sein Maximum gerade erst hinter sich. Experten erwarten deshalb auch 2026 und 2027 besonders intensive Polarlichter. Wer also schon lange von den Nordlichtern träumt, hat jetzt also richtig gute Karten. 

Grüne Nordlichter über Island
Leichte grüne und pinke Nordlichter über Island
Huskey-Schlittenfahrt unter Nordlichter in Norwegen
Grüne und pinke Nordlichter über Norwegen
Grüne Nordlichter über Island

Polarlichter sehen: Wann, wo und unter welchen Bedingungen

Auch wenn sich die Polarlichter natürlich nicht bestellen lassen und es keine Garantie gibt, dass du das Naturspektakel bewundern kannst, so gibt es dennoch einige Punkte, mit denen du deine Chancen deutlich verbessern kannst. 

Die beste Zeit für Nordlichter

Polarlichter gibt es das ganze Jahr, doch es braucht Dunkelheit, um sie zu sehen. Im Sommer bleibt es im hohen Norden fast die ganze Nacht hell. Deshalb liegt die Saison für Polarlicht-Jäger im Herbst, Winter und frühen Frühling. In Norwegen sind etwa die Monate von Oktober bis März ideal, in Island von September bis März. Je länger die Nächte, desto besser die Chancen, das Lichtspektakel möglichst lange genießen zu können. 

Das brauchst du, um Polarlichter zu sehen

Um die Nordlichter sehen zu können, ist ein klarer Himmel entscheidend. Zudem braucht es ausreichend Sonnenaktivität und eine möglichst geringe Lichtverschmutzung. Deshalb geht es nachts raus aus den Städten und dorthin, wo nur noch Sterne leuchten. Der KP-Index, eine Skala von 0 bis 9, zeigt dir dabei die geomagnetische Aktivität: Je höher der Wert, desto besser stehen deine Chancen, die Polarlichter zu sehen. Am besten bringst du auch Geduld mit. Manchmal tanzt der Himmel bereits nach wenigen Minuten, manchmal wartest du eine ganze Weile. Garantieren kann das niemand, denn die Polarlichter sind Natur pur. 

 

Gänsehaut-Moment: Wenn der Himmel zu tanzen beginnt

Ist es einmal so weit, erlebst du einen Moment, den Reisende wohl nie vergessen. Du stehst draußen in der Dunkelheit, es ist kalt und plötzlich beginnt es am Horizont zu glimmen. Ein heller Bogen schiebt sich langsam über den Himmel. Es folgen Vorhänge aus Licht, die sich bewegen, als würde ein unsichtbarer Wind sie tragen. Wer einmal Polarlichter gesehen hat, plant den nächsten Urlaub in den hohen Norden oft schon auf dem Rückweg. Das Fernweh nach diesem Naturspektakel am Himmel lässt dich nicht mehr los.

Personen unter den Nordlichter in Island

Nordlichter in Norwegen: Fjorde, Berge und Polarlichtzone

Wenn es um Polarlichter in Norwegen geht, schaut alles nach Norden. Je näher du dem Polarkreis kommst, desto größer ist die Chance, dass der Himmel grün und violett aufleuchtet. Dazu kommt eine Kulisse, die auch ohne Nordlichter ihresgleichen sucht: schneebedeckte Berge, tiefe Fjorde und kleine Küstendörfer mit den typisch roten Holzhäusern.

Norwegen ist dabei viel mehr als nur ein Spot, um die Nordlichter zu sehen. Im Norden leben die Samen, deren Kultur und Rentierhaltung du authentisch kennenlernen kannst. Nach einem langen Tag in der Kälte gehört die Sauna zu den schönsten Ritualen des Landes und auch ein bisschen Kos mit Kerzen und Decken ist typisch norwegisch.

Du suchst eine Polarlichter-Reise nach Norwegen? Dann ist unsere 7 Tage Classic Norwegen Northern Lights Experience genau richtig. Denn hier stehen die Nordlichter im Fokus. Aber auch eine Hundeschlittenfahrt mit Huskys, eine Arctic Whale Safari und eine Seilbahn auf den Storsteinen könnten auf deinem Reiseplan stehen.

Nordlichter in der Nähe von Tromso in Norwegen

Nordlichter in Island: Gletscher, heiße Quellen und dunkle Nächte

Auch Island ist wie gemacht, um die Nordlichter zu sehen. Denn die Insel liegt so weit im Norden, dass du Polarlichter dort schon ab September sehen kannst. Und weil das Land so dünn besiedelt ist, wird der Himmel abseits von der Hauptstadt Reykjavík wunderbar dunkel. Du musst nur raus aufs Land fahren, dorthin wo Lavafelder, Berge und Sterne warten.

Das Besondere: Island schenkt dir gleich mehrere Gänsehaut-Momente an einem Tag. Tagsüber stehst du vor tosenden Wasserfällen, wanderst über Gletscher oder siehst riesige Eisberge, während du mit den Füßen im schwarzen Sand stehst. Abends entspannst du im warmen Hot Pot, schaust dir den Sternenhimmel an und wartest auf die Nordlichter. Feuer und Eis, Licht und Dunkelheit: Mehr Kontrast geht kaum. Da das Wetter in Island oft wechselt, gehört allerdings etwas Flexibilität dazu.

Für dein Abenteuer im Land aus Feuer und Eis hast du die Wahl: Entscheide dich für die 6 Tage Classic Northern Lights Experience, bei der die Nordlichter im Fokus stehen, oder für den 6 Tage Classic Golden Circle Trip, der viele weitere Klassiker der Insel bereithält.
 

Nordlichter in der Nähe von Sejlandsfoss in Island

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen den Polarlichtern und den Nordlichtern?

Eigentlich gibt es keinen. Polarlichter ist der Oberbegriff für die Lichterscheinungen, die in der Nähe der Erdpole auftreten. Nordlichter sind lediglich die Polarlichter der Nordhalbkugel. Auf der Südhalbkugel werden sie dagegen Südlichter genannt.

Kurz gesagt:

Polarlichter = Oberbegriff
Nordlichter (Aurora Borealis) = Polarlichter im Norden
Südlichter (Aurora Australis) = Polarlichter im Süden

Die Ursache, Farben und Erscheinungsformen sind dabei dieselben. Der Unterschied liegt ausschließlich darin, über welchem Pol das Naturphänomen sichtbar wird.

Wo kann man die Südlichter sehen?

Die Südlichter sind deutlich seltener zu sehen als die Nordlichter. Nicht weil sie schwächer wären, sondern weil sich rund um den Südpol kaum bewohnte Landmassen befinden. Gute Chancen hast du vor allem in:

Neuseeland

Tasmanien (Australien)

Patagonien (Chile & Argentinien)

Antarktis

Polarlichter in Neuseeland: Wann und wo?

Wer die Südlichter sehen möchte, findet in Neuseeland einen der besten Orte weltweit. Besonders die Südinsel und Stewart Island bieten dank ihrer südlichen Lage, dunklen Nächte und geringen Lichtverschmutzung gute Voraussetzungen für Sichtungen. Die besten Chancen bestehen zwischen März und September, wenn die Nächte besonders lang sind.

Mit etwas Glück kannst du die Aurora Australis sogar während unserer 20 Tage Classic Neuseeland Experience entdecken. Die Route führt unter anderem nach Queenstown, Lake Tekapo und Christchurch. Vor allem die Region rund um Lake Tekapo ist für ihre außergewöhnlich dunklen Nachthimmel bekannt und zählt zu den besten Orten des Landes für die Beobachtung von Sternen und Polarlichtern.
 

Polarlichter am Lake Tekapo in Neuseeland

Dein Weg zu den Polarlichtern

Polarlichter lassen sich nicht planen, aber mit der richtigen Reise hast du gute Chancen. Ob du in Norwegen zwischen Fjorden und Fjell oder in Island zwischen Gletschern und Vulkanen nach dem tanzenden Himmel suchst: Du erlebst die Experience nicht allein, sondern gemeinsam mit einer Gruppe an Gleichgesinnten. Schau dir unsere Reisen nach Norwegen, Island oder Neuseeland an und mach aus deinem Fernweh deinen nächsten Gänsehaut-Moment.

FAQs

Wann ist die beste Reisezeit für Nordlichter?

Die beste Reisezeit für Nordlichter sind Herbst und Winter. In Island sind die Chancen von September bis März am größten, in Norwegen von Oktober bis März. Entscheidend sind lange, dunkle Nächte, ein klarer Himmel und eine aktive Sonne. Im Sommer ist es im hohen Norden dagegen fast durchgehend hell. 
 

Wo sieht man die Nordlichter besser, in Norwegen oder Island?

Beide Länder eignen sich hervorragend für die Jagd nach Nordlichtern. Der Norden Norwegens liegt oberhalb des Polarkreises, Island punktet mit dunklem Himmel abseits der Städte und einer wilden Landschaft. Entscheidender als das Land sind meist das Wetter und die Lichtverschmutzung. Mit einem Local Guide, der die besten Plätze kennt, steigen deine Chancen zusätzlich. 

Kann man Polarlichter garantiert sehen?

Nein, eine Garantie gibt es nicht. Polarlichter sind ein Naturphänomen. Wolken, Wetter und Sonnenaktivität entscheiden über den Erfolg. Du erhöhst deine Chancen, indem du mehrere Nächte einplanst, dunkle Orte aufsuchst und den KP-Index beobachtest. Mit etwas Geduld und Glück wirst du mit dem Schauspiel am Himmel belohnt. 

Sind Polarlichter und Nordlichter dasselbe?

Ja. Im Norden meinen beide Begriffe dasselbe. Polarlichter sind der Oberbegriff für das Leuchten an beiden Polen. Auf der Nordhalbkugel heißen sie Nordlichter oder Aurora Borealis, auf der Südhalbkugel Südlichter oder Aurora Australis. 

Was gehört in den Rucksack bei der Polarlicht-Jagd?

Warme Kleidung in mehreren Schichten, Mütze, Handschuhe und feste Winterschuhe sind Pflicht, um das Warten in der Kälte auszuhalten. Dazu kommen eine Powerbank, weil Akkus in der Kälte oft schneller leer sind, und eine Kamera oder ein Handy mit Nachtmodus. Wenn du besonders scharfe Fotos machen willst, nimm auch ein kleines Stativ mit.